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Risiko- und Moneymanagement



Risiko- und Moneymanagement: Der richtige Einsatz



Wer beim Trading langfristig erfolgreich sein möchte, muss Geld und Gefahr genau im Auge behalten. Ein gutes Risiko- und Money-Management ist darum entscheidend.



Das größte Ziel eines jeden Traders sollte es sein, seine Verluste zu minimieren, um sich vor einem Totalausfall zu schützen. Das gelingt mit dem richtigen Einsatz von Risiko- und Money-Management. Damit kann er sein Kapital und sein Verlustrisiko steuern.


Vorbereitung entscheidet


Bevor das eigentliche Trading beginnt, muss der Trader festlegen, wie viel Geld er investieren möchte. Er sollte nur das Geld einsetzen, das er notfalls entbehren kann. Er sollte also niemals auf Kredit spekulieren. Dann muss der maximale akzeptable Verlust bestimmt werden. Dabei sollte sich der Trader stets bewusst sein, wie schwierig es ist, verlorenes Geld zurückzugewinnen. Angenommen, das Börsenkapital beträgt 50.000 Euro und der Trader will maximal zehn Prozent Verlust riskieren. Dann verliert er im Höchstfall 5.000 Euro. Sollte dieser Höchstfall eintreten, müsste er elf Prozent zurückgewinnen, um wieder den ursprünglichen Betrag von 50.000 Euro zu erreichen. Und dabei wäre es noch zu keinem Gewinn gekommen. Es ist also unverzichtbar, das maximale Verlustrisiko von vornherein festzulegen, so zu begrenzen und vor allem stets einzuhalten.


Maximales Risiko pro Position


Nachdem das Gesamtrisiko definiert ist, wird es auf die einzelnen Depotposten verteilt. Der Trader muss jetzt also festlegen, wie viel Risiko er maximal pro Aktienposition eingehen möchte. Dazu muss er einen Stopp-Loss setzen. Sobald das erreicht ist, stellt er das Engagement glatt und begrenzt so den Verlust. Wenn der Trader sein maximales Risiko pro Position bestimmt, sollte er dabei immer bedenken, dass das Risiko einer Trading-Position höher ausfallen kann als die Begrenzung durch den Stopp-Loss. Das passiert etwa dann, wenn es über Nacht zu einem unerwarteten Ereignis kommt, das am nächsten Morgen zu einer großen Kurslücke führt. Eine solche Lücke ist unvorhersehbar und kann deutlich außerhalb einer Stopp-Loss-Schwelle liegen.


Zahl der Aktien pro Position


Dann legt der Trader fest, wie viele Aktien er pro Engagement kaufen will. Hier ein Beispiel: Sein Trade Setup bei einem Depot von 20.000 Euro schreibt vor, dass eine Position in einer Aktie bei einem Stand von 200,00 Euro eröffnet und der Stopp-Loss bei 194,00 Euro gesetzt wird. Es ist grundlegend für das Risiko- und Money-Management und damit auch für das Trading, dass ein Stopp-Loss-Niveau festgelegt wird und der Trader sich bedingungslos daran hält. Für das maximale Risiko pro Engagement hat der Trader ein Prozent des zur Verfügung stehenden Kapitals festgelegt, also 200 Euro. Das Risiko einer einzelnen Aktie beläuft sich auf die Spanne zwischen dem Einstiegskurs und dem Stopp-Loss. Das wären in diesem Fall 200,00 Euro - 194,00 Euro = 6,00 Euro. Nun muss er noch bedenken, dass Transaktionskosten anfallen und die idealen Ein- und Ausstiegskurse nicht unbedingt erreicht werden. Diese Zahl kann je nach Broker und Liquidität des gehandelten Wertpapiers stark variieren. Werden etwa 0,70 Prozent angesetzt, entspricht das bei einem Einstiegskurs von 200,00 Euro nochmal 1,40 Euro. Es ergibt sich somit pro gehandelter Aktie ein Einzelrisiko von 6,00 Euro + 1,40 Euro = 7,40 Euro. Der Trader kann insgesamt aber 200,00 Euro je Position riskieren. Um jetzt die richtige Aktienzahl zum Kauf zu ermitteln, rechnet er: 200,00 Euro / 7,40 Euro = 27 Stück. Das Kapital, das damit bewegt wird, errechnet sich zu 27 x 200,00 Euro Einstiegskurs = 5.400 Euro.


Trefferquote und Chance-/Risiko-Verhältnis


Das Verhältnis zwischen Trefferquote und Chance-/Risiko-Verhältnis (CRV) ist eine entscheidende Komponente dafür, ob die Position überhaupt eingegangen werden sollte. Die Trefferquote gibt an, wie oft der Trader mit seinem Trading richtig liegt. Eine Trefferquote von etwa 70 Prozent hört sich zwar gut an, könnte aber auch zu Verlusten führen, wenn er mit den sieben Gewinn-Trades weniger gewinnt, als er mit den drei Verlust-Trades verliert. Dabei kommt das CRV ins Spiel. Es ist der Quotient zwischen dem erwarteten Gewinn und dem erwarteten oder riskierten Verlust. Je höher das CRV ist, desto bester, denn desto weniger Treffer benötigt der Trader. Risiko- und Money-Management sind daher für jeden Trader unentbehrlich, da sie das Verlustrisiko begrenzen und das Kapital vermehren können. Dabei ist es besonders wichtig, die eigenen Entscheidungen bezüglich Kapital, Verlust und Positionsgröße sorgfältig zu treffen und insbesondere das gewählte Stopp-Loss-Niveau immer konsequent einzuhalten.


Quelle: X-press Trading Q1, 2011 (mit freundlicher Genehmigung von db-Xmarkets)


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